FTC nimmt kartellrechtlichen Kampf mit Meta wieder auf

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Die Federal Trade Commission (FTC) legt Berufung gegen eine frühere Gerichtsentscheidung ein, mit der ihre Kartellklage gegen Meta (ehemals Facebook) abgewiesen wurde, wodurch ein Rechtsstreit um die Übernahmen von Instagram und WhatsApp durch das Unternehmen neu entfacht wurde. Die am Dienstag eingereichte Berufung richtet sich gegen das November-Urteil von Richter James E. Boasberg, der feststellte, dass Meta nicht gegen Kartellgesetze verstoßen hat, als es die beiden sozialen Plattformen vor über einem Jahrzehnt gekauft hat.

Der Fall der Regierung

Die FTC behauptet, dass Meta durch die Übernahme von Instagram im Jahr 2012 für 1 Milliarde US-Dollar und WhatsApp im Jahr 2014 für 19 Milliarden US-Dollar absichtlich die aufkommende Konkurrenz ausgeschaltet hat. Nach Angaben der Agentur handelte es sich bei diesen Käufen um strategische Schritte, um konkurrierende Plattformen zu unterdrücken, bevor sie Metas Dominanz im sozialen Netzwerk streitig machen konnten. Die FTC argumentiert, dass diese Übernahmen gegen Kartellvorschriften verstießen, die den Wettbewerb auf dem Markt schützen sollen.

Metas Verteidigung und die ursprüngliche Entscheidung des Gerichts

Meta behauptet, dass es sich bei seinen Handlungen um legitime Geschäftsentscheidungen in einem hart umkämpften Umfeld handelte. Das Unternehmen behauptet, es stehe starken Konkurrenten gegenüber, darunter TikTok und YouTube, die Richter Boasberg in seinem ursprünglichen Urteil als Beweismittel anführte, die den Anspruch der Regierung auf ein Meta-Monopol untergraben. Der Richter kam zu dem Schluss, dass das Wachstum dieser alternativen Plattformen das Argument schwäche, dass Metas Übernahmen glaubwürdige Bedrohungen beseitigt hätten.

Umfassendere Implikationen für Big Tech

Dieser Fall ist Teil einer umfassenderen Anstrengung der Regulierungsbehörden, die Macht großer Technologieunternehmen einzudämmen. In den letzten zwei Jahren hat die Regierung kartellrechtliche Siege gegen Google errungen, wobei Gerichte zu dem Schluss kamen, dass das Unternehmen Monopole bei Online-Such- und Werbetechnologien besitzt. Wegen ähnlicher Bedenken laufen auch separate Klagen gegen Amazon und Apple. Die Berufung der FTC gegen Meta signalisiert ein anhaltendes Engagement, Übernahmen durch Big-Tech-Unternehmen zu prüfen und faire Marktpraktiken sicherzustellen.

Der sechswöchige Prozess umfasste Aussagen von Mark Zuckerberg, CEO von Meta, und Kevin Systrom, Mitbegründer von Instagram, was unterstreicht, wie hoch das Risiko dieses Rechtsstreits ist. Die FTC hofft, dass das Berufungsgericht die ursprüngliche Entscheidung aufheben und einen Präzedenzfall für eine strengere Durchsetzung des Kartellrechts in der Technologiebranche schaffen wird.

Das Ergebnis dieser Berufung könnte die Herangehensweise der Regulierungsbehörden an Fusionen und Übernahmen im digitalen Zeitalter erheblich verändern und einen neuen Maßstab für die Bewertung wettbewerbswidrigen Verhaltens marktbeherrschender Technologieunternehmen setzen.