Kalshi, eine beliebte Prognosemarktplattform, hat einen ehemaligen kalifornischen Gouverneurskandidaten und eine YouTube-Persönlichkeit wegen mutmaßlicher Insiderhandelsverstöße suspendiert. Das Durchsetzungsteam des Unternehmens meldete in beiden Fällen verdächtige Handelsaktivitäten, was Bedenken hinsichtlich der Integrität seines Marktes aufkommen ließ.
Wetten eines politischen Kandidaten auf dem Prüfstand
Kalshi entdeckte, dass der frühere Kandidat, der kürzlich von der Gouverneurskandidatur zum Kongresskandidat wechselte, offenbar auf seine eigene Kandidatur hoffte. Die Plattform hat seine Konten eingefroren, die Aktivität der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) gemeldet und ein fünfjähriges Verbot sowie eine Strafe in Höhe des Zehnfachen des ursprünglichen Handelsbetrags verhängt. Dies wird für wohltätige Zwecke gespendet.
Der Kandidat, bei dem es sich um Kyle Langford handelt, einen rechtsextremen Republikaner mit einer Geschichte hetzerischer Äußerungen, veröffentlichte ein Video, das einen Kalshi-Handelsbefehl im Zusammenhang mit seinem eigenen Wahlkampf zeigt. Er tat die Untersuchung als Ablenkung von dringenderen geopolitischen Fragen ab.
Demokratischer Spender ebenfalls suspendiert
Stephen Cloobeck, ein demokratischer Großspender, der kurzzeitig für das Amt des Gouverneurs kandidierte, bevor er einen anderen Kandidaten unterstützte, wurde ebenfalls suspendiert, weil er versucht hatte, das Rennen auszunutzen. Die Regeln von Kalshi verbieten Kandidaten ausdrücklich, auf ihre eigenen Ergebnisse zu wetten, was sofortige Disziplinarmaßnahmen nach sich zieht. Cloobeck bestätigte die Wetten, gab jedoch an, dass er weiterhin auf andere Veranstaltungen handeln könne.
Die erweiterte Definition von „Insiderhandel“
Dieses Vorgehen verdeutlicht, wie weit „Insiderhandel“ auf Prognosemärkten definiert werden kann. Im Gegensatz zu traditionellen Finanzmärkten, auf denen es beim Insiderhandel um nichtöffentliche wesentliche Informationen geht, betrachten Kalshis Regeln sogar Wetten auf die eigene politische Kampagne als Verstoß.
Konto des YouTube-Streamers eingefroren
Kalshi sperrte außerdem das Konto eines YouTube-Streamers, nachdem er einen statistisch ungewöhnlichen Handelserfolg festgestellt hatte. Eine Untersuchung ergab, dass ein für den Streamer arbeitender Redakteur wahrscheinlich Zugang zu nichtöffentlichen Informationen hatte, wodurch er unfair davon profitieren konnte. Das Konto wurde gesperrt, bevor Gelder abgehoben werden konnten, und es wird mit einer zweijährigen Sperrung und einer Geldstrafe rechnen. Die Identität des Streamers wurde nicht bekannt gegeben.
Zunehmende Bedenken hinsichtlich Insiderhandel
Da Prognosemärkte immer beliebter werden, kommt es immer häufiger zu Insiderhandelsvorfällen. Zu den jüngsten Beispielen gehören Handelsgeschäfte vor großen geopolitischen Ereignissen und Verhaftungen in Israel wegen der Weitergabe vertraulicher militärischer Informationen. Der Kongress hat einen Gesetzesentwurf vorgeschlagen, um Regierungsbeamten den Insiderhandel auf diesen Plattformen zu verbieten, aber bisher wurden keine Durchsetzungsmaßnahmen veröffentlicht.
Schlussfolgerung: Kalshis Handlungen zeigen sein Engagement für die Marktintegrität, werfen aber auch Fragen zur sich entwickelnden Definition von Insiderhandel auf Prognosemärkten auf. Die zunehmende Kontrolle und mögliche gesetzgeberische Maßnahmen deuten darauf hin, dass diese aufstrebende Branche einer stärkeren Aufsicht ausgesetzt ist, je mehr sie sich im Mainstream etabliert.






























