Die RCA Corporation ist nicht nur ein Relikt des frühen 20. Jahrhunderts. Es ist bis heute eine Einheit der General Electric Company mit Hauptsitz in New York City. Ihre bekannteste Tochtergesellschaft ist die National Broadcasting Company (NBC), ein Name, der immer noch in den Wohnzimmern der Welt widerhallt.
Doch der Weg zu dieser Dominanz begann mit einer strategischen Akquisition. Im Jahr 1919 gründete General Electric die Radio Corporation of America, um die Marconi Wireless Telegraph Company of America aufzukaufen. Marconi wurde 1899 gegründet. Damals war es eine Tochtergesellschaft eines britischen Unternehmens. Noch wichtiger war, dass es das einzige Unternehmen war, das in der Lage war, kommerzielle transatlantische Funkkommunikation abzuwickeln.
Das US-Marineministerium half General Electric dabei, den Deal abzuschließen. Sie wollten sicherstellen, dass wichtige Kommunikationstechnologie in amerikanischer Hand bleibt. Dabei ging es nicht nur um Profit. Es ging um nationale Sicherheit und industrielle Kontrolle.
David Sarnoffs 50-jährige Herrschaft
David Sarnoff leitete das Unternehmen die nächsten fünf Jahrzehnte. Er hat nicht nur den Status quo aufrechterhalten. Er baute RCA zu einem modernen Kommunikationskonzern aus.
Westinghouse war RCA bei der ersten kommerziellen Radiosendung im Jahr 1920 technisch gesehen überlegen. Doch Sarnoff reagierte schnell. 1921 organisierte er die erste Sportübertragung. Dieser Schritt definierte das Medium. Es verlieh dem Radio einen lebendigen, unvorhersehbaren Hook, mit dem reine Musik oder Nachrichten nicht mithalten konnten.
1926 gründete RCA die National Broadcasting Company, um seine wachsenden Radioaktivitäten abzuwickeln. Die Infrastruktur wurde gelegt. Das Publikum wuchs. Das Geld folgte.
Von Vinyl bis Farbfernseher
Das Unternehmen blieb nicht beim Radio stehen. 1929 erwarb RCA die Victor Talking Machine Company. Dies verschaffte ihnen einen Einstieg in die Tonträgermusik. Dann kam das Fernsehen.
RCA entwickelte 1939 das erste experimentelle Fernsehgerät. Es dauerte sieben Jahre, bis 1946 Schwarzweißgeräte auf den Verbrauchermarkt kamen. Vier Jahre später, 1950, kamen Farbgeräte auf den Markt. RCA kontrollierte die Hardware. Sie kontrollierten den Inhalt auch über NBC. Diese vertikale Integration war selten. Dadurch entstand eine starke Rückkopplungsschleife zwischen dem, was die Leute sahen, und dem, was sie kauften.
In dieser Zeit erlebte NBC einen Strukturwandel. Es veräußerte eines seiner beiden Netzwerke, das „Blue“-Netzwerk. Aus diesem verwaisten Vermögenswert wurde die American Broadcasting Company (ABC). ABC entwickelte sich zu einem großen Konkurrenten. RCA hatte im Wesentlichen einen eigenen Konkurrenten hervorgebracht.
Der 6-Milliarden-Dollar-Deal und die Verlagerung zur Verteidigung
Die Entwicklung änderte sich 1986 dramatisch. General Company erwarb RCA für mehr als 6 Milliarden US-Dollar. Zu dieser Zeit war dies die größte Fusion von Nicht-Ölunternehmen in der Geschichte. Der Deal signalisierte eine Verschiebung der Prioritäten.
RCA war auch in der Militär- und Raumfahrtelektronik tätig. Ein weiterer Schlüsselbereich war die Satellitenkommunikation. Diese Sektoren erforderten hohe Margen und staatliche Aufträge. Sie waren weniger volatil als Konsumgüter.
Die Strategie von General Electric wurde klar. Sie kauften die Marke. Sie behielten die High-Tech-Abteilungen mit hohen Margen. Den Rest haben sie verkauft.
Veräußerung der Verbrauchermarke
1987 verkaufte General Electric die RCA-Produktionsbetriebe für Unterhaltungselektronik an den französischen Konzern Thomson-Brandt, SA. Der Name RCA lebte weiter, aber die Fabrik























